Die Spannung steigt! Anfang 2023 soll das mit Abstand größte Objekt ins Forum Wissen einziehen – das 17 m lange Skelett eines Pottwals. Einige Göttinger*innen kennen es noch aus der Alten Zoologie. Der Wal soll in seinem alten und zugleich neuen Zuhause hoch hinaus: Er wird unter der Decke des Atriums angebracht und kann zukünftig über den Köpfen schwebend bestaunt werden.
Doch dieses Vorhaben hat seinen Preis: Der Umzug aus dem Lager in Holtensen – wo das riesige Skelett derzeit restauratorisch aufbereitet wird – ins Forum Wissen ist eine logistische Herausforderung. Auch wegen des gewaltigen Schädels, der allein schon fünf Meter lang ist und über 500 kg wiegt.
Der Förderkreis Forum Wissen unterstützt das Projekt und hat im November 2022 ein Scheck über 30.000 Euro an das Team der Walkampagne übergeben. Darüber hinaus ruft der Förderkreis gemeinsam mit dem Verein Alumni Göttingen zu weiteren Spenden auf. Eine Website mit Spendenaufruf für die Walkampagne ist nun öffentlich.
Wer lieber kreativ werden und ein Bild spenden möchte, kann am Malwettbewerbs teilnehmen, den der Förderkreis gemeinsam mit der Universität auslobt. Unter dem Motto „Walheimat Göttingen“ können Teilnehmende jeden Alters ihr Bild für die Spendenkampagne zur Verfügung zu stellen. Sharing is caring! Alle gespendeten Bilder werden versteigert. Der Erlös kommt der Restaurierung und dem Umzug des Wals zugute. Wir freuen uns über jede Unterstützung und werden auf unseren Kanälen weiter berichten.
Videoinstallation mit Kurzinterviews mit Medizinethiker*innen aus der ganzen Welt
Kaum ein Thema hat die Weltöffentlichkeit in den letzten drei Jahren so sehr beschäftigt, zum Teil auch polarisiert, wie die Corona-Pandemie. Dabei wurden auch viele medizinethische Fragen aufgeworfen, die in den Videointerviews der Sonderausstellung „Medicine and Ethics Go Viral“ mit mehr als 20 Expert*innen aus der ganzen Welt aufgegriffen wurden. Dass in der Öffentlichkeit noch immer ein großer Gesprächsbedarf in Sachen Covid besteht, ist während der Laufzeit der Sonderausstellung deutlich geworden.
Gespräche am Rande der Eröffnung
Sei es in Gesprächen im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen oder bei der Mitmachwand der Ausstellung – es herrscht eine große Bereitschaft seitens der Besucher*innen sich einzubringen, mitzudiskutieren, Probleme zu adressieren, aber auch Lösungsansätze sichtbar zu machen. „Das ermutigt uns“, so Projektleiterin Prof. Dr. Silke Schicktanz vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, „, solche Formate des Austausches auch in Zukunft weiter zu erproben und noch besser zu machen.“
Die Mitmachwand füllt sich
Für den Erfolg der Präsenzausstellung sind vor allem die Besucher*innen selbst verantwortlich, die ihre Fragen, ihre Sorgen und persönlichen Botschaften über die Mitmachwand zu einem Teil der Ausstellung haben werden lassen und die bereit waren, sich auf das Thema einzulassen.
„Es war uns von Anfang an wichtig, dass die Präsenzausstellung nicht bloß die Online-Ausstellung ins Analoge übersetzt, sondern etwas Eigenständiges darstellt“, erklärt Prof. Dr. Sabine Wöhlke von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Der analoge Raum verändert zunächst die Rezeption der Kurzinterviews. Die großen Monitorwände des Kubus geben den Stimmen und Gesichtern der Interviewten nochmal eine ganz andere Präsenz und Authentizität und damit den vermittelten Inhalten eine neue Dringlichkeit. So werden die von ihnen adressierten Problemfelder gewissermaßen „unübersehbar“.
Hinzu kommt die Objektsammlung von Schüler*innen des THG Göttingen, die mit ihren kreativen Arbeiten etwas so Abstraktes wie das Corona-Virus und die individuellen Folgen der Pandemie plastisch anschaulich machten. Sie haben die Ausstellung wunderbar ergänzt.
Objekte von Schüler*innen zweier Kunstkurse des Theodor-Heuss-Gymnasiums
Die Sonderausstellung im Forum Wissen ist zwar vorbei, aber sie kann nach wie vor online besucht werden: https://www.ethicsgoviral.com/
Die Universität Göttingen hat Pachtverträge mit den Betreibern des Museumscafés und des Museumsshops im Forum Wissen an der Berliner Straße unterzeichnet. Beide Einrichtungen befinden sich im Atrium des Forum Wissen und stehen den Besucher*innen offen. Das Café Liesels wird von der Hotel Freizeit In Unternehmensgruppe betrieben und stellt den Besucher*innen des Forum Wissens rund 30 Sitzplätze im Atrium und weitere 60 Sitzplätze auf der Außenterrasse hinter dem Gebäude zur Verfügung. Museumsgäste und auch externe Besucher können hier entspannt verweilen. Betreiber des Museumsshops ist Thomas Baumgärtl, der auch Inhaber des Unishops am Platz der Göttinger Sieben ist. Im Museumsshop finden sich Museums- und Universitätsartikel, Wissensspiele für Groß und Klein, hochwertige Schreibutensilien und natürlich der Ausstellungskatalog zur Basisausstellung des Wissensmuseums.
Fast 500 Menschen haben am vergangenen Samstag das Forum Wissen besucht, um die eigenen Sinne bewusst zu erleben.
Unter den Besucher*innen waren zahlreiche Familien mit großen und kleinen Kindern, bei denen die Mitmachexperimente besonders beliebt waren. Viele Kinder sammelten fleißig Stempel an den verschiedenen Stationen und freuten sich am Ende über ihren Sinnesforscherungspass und ein kleines Geschenk. Unter den Besucher*innen waren auch Studierende und Senior*innen, die sich vor allem für den Bereich „Altern mit allen Sinnen“ interessierten.
Die Veranstalter vom Sonderforschungsbereich „Zelluläre Mechanismen der sensorischen Verarbeitung“ an der Universitätsmedizin Göttingen freuen sich über die gute Resonanz.
Blick ins Innere: Nasspräparate zeigen die anatomische Struktur der Brotfrucht. Leihgaben aus dem Botanischen Garten und dem Botanischen Museum Berlin. Foto: Martin Liebetruth
Unsere Sonderausstellung „Tiny unpredictable material objects“ begibt sich auf die Suche nach den historischen Wurzeln zweier Pflanzen – und lässt diese winzigen unvorhersehbaren materiellen Objekte, nämlich „Hudoo“ und „Brotfrucht“, ihre Geschichte erzählen.
“Artocarpus”, besser bekannt als Brotfrucht, ist eine wichtige Nutzpflanze, die heutzutage weit über ihr Herkunftsgebiet in Südostasien hinaus angebaut wird. Foto: Petr Kratochvil, CC0 Public Domain
Die Geburtsstunde der Botanik
Die Geschichte zahlreicher Wissenschaften, auch die der Botanik, ist eng verbunden mit kolonialer Ambition, Expansion und Ausbeutung: Auf den „Entdeckungsfahrten“ James Cooks im 18. Jahrhundert erstellten die ihn begleitenden Naturforscher nicht nur Karten der befahrenen Gebiete, sondern sammelten und dokumentierten auch Pflanzen der lokalen Flora. In den botanischen Zentren Europas diskutierte man über die bestmögliche ökonomische Nutzung der Gewächse und wetteiferte um die erstmalige Beschreibung ‚neuer‘ Pflanzenarten durch westliche Wissenschaftler. Dabei trat das lokale Wissen, auf welchem die Debatten aufbauten, im europäischen Diskurs immer mehr in den Schatten: So wurde der auf Tahiti gebräuchliche Name „Hudoo“ ersetzt durch die Bezeichnung „Barringtonia speciosa J.R. Forst. & G. Forst.“.
In sogenannten Herbarbelegen halten Botaniker*innen bis heute die wichtigsten Charakteristika einer Pflanze fest. Eine standardisierte Anleitung verfasste Carl von Linné bereits 1751 in seiner “Philosophia Botanica”. Das Exponat stammt aus der Göttinger Abteilung für Systematische Botanik (mit Herbarium) von Dr. Marc Appelhans. Foto: Martin Liebetruth
Spuren Ozeaniens in Göttingen
Mit der Umbenennung der Pflanze ehrten die Naturforscher Johann Reinhold Forster und sein Sohn Georg Forster den britischen Anwalt und Naturforscher Daines Barrington, der half, James Cooks‘ zweite Reise in die ‚Südsee‘ (1772-1775) zu finanzieren. Gleichzeitig betonten Vater und Sohn innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft ihr Anrecht auf die Erstbeschreibung der Pflanze, die sie auf Tahiti ‚entdeckt‘ hatten – der lokalen Bevölkerung war sie damals allerdings schon lange vorher bekannt.
Bis heute ist die Cook/Forster-Sammlung in Göttingen und weit darüber hinaus ein Begriff, die große Zahl ethnographischer Objekte aus Ozeanien ein Aushängeschild der Universität. Ein weiteres koloniales ‚Erbstück‘ ist das Georg Forster Herbarium, dessen Pflanzen heute den Grundstein der Ausstellung „tiny unpredictable material objects“ bilden.
“Tell them, we are afraid. Tell them, we know nothing of politics or science, but we see what’s in our own backyard.” Kathy Jetnil-Kijners’ Videoinstallation “Tell them” setzt sich mit der durch Klimakrise und Kolonisierung bedrohten Natur auf den Marshall-Inseln auseinander. Foto: Louisa Hartmann
Eine Reise mit langem Epilog
Mehr als 250 Jahre liegt die Reise Cooks und der Forsters mittlerweile zurück – Das Jubiläum wühlt bei den Menschen in Ozeanien jahrhundertealte Erinnerungen an den Verlust von Land und Leben auf. Angesichts der Ankunft der nachgebauten „Endeavour“ – des Schiffs von Cook – kritisierten Aktivist*innen der Māori 2019, wie mit der Vergangenheit umgegangen wird, die so unterschiedlich erlebt wird: „Ihr seid an dem Ort, an dem eure Vorfahren unsere Leute ermordeten, nicht willkommen. Nehmt eure waka (dt.: Kanu) und verschwindet“. Proteste wie diese waren Anlass, sich auch in Göttingen im Rahmen des Projekts “Sammeln erforschen” kritisch mit der Entstehung des Georg Forster Herbariums auseinanderzusetzen. Für die Kuratorin Susanne Wernsing, die Forscher*innen der HTW Berlin und der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen wurden die Pflanzen zu Zeugnissen kolonialer Expansion und westlicher Wissensproduktion in der frühen Botanik.
Kuratorin Susanne Wernsing erläutert das Ausstellungskonzept im Rahmen einer Vernissage. Foto: Martin Liebetruth
Tiny unpredictable material objects
Als Nasspräparate, zwischen Papier gepresst oder im Film: Im Freiraum des Forum Wissen nehmen Hudoo und Brotfrucht Besucher*innen noch bis zum 14. Oktober 2022 mit auf eine Reise durch die Vergangenheit: Auf dem Weg durch die Sonderausstellung zeigen sich nicht nur Verflechtungen zwischen Göttingen und verschiedenen Inseln im Pazifik, sondern auch der lange Nachhall von scheinbar Vergangenem in unserer eigenen Gegenwart. In diesem Sinne eröffnet „Tiny unpredictable material objects“ eine Vielzahl postkolonialer Perspektiven, die das Narrativ von der vermeintlich glorreichen europäischen „Entdeckung“ in Frage stellen.
Gemeinsam mit dem Team der Zentralen Kustodie hat Marie Luisa Allemeyer das Forum Wissen im Lauf der vergangenen zehn Jahre aufgebaut. Im Gespräch erläutert sie einige der Leitthemen der Basisausstellung, die unter der Leitung des Berliner Ausstellungsbüros “Die Exponauten” erarbeitet wurde. Sie erzählt, wie die einzelnen Objekte für die Ausstellung ausgewählt wurden und wie das Forum Wissen in Zeiten von Fake News und sogenannten alternativen Fakten das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft stärken kann.
“Es ist wichtig zu zeigen, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse von gefühlten “Fakten” unterscheiden.” – Marie Luisa Allemeyer, langjährige Projektleiterin beim Forum Wissen, die im September 2022 die Leitung des Freilichtmuseums Detmold übernimmt
Räume des Wissens: So lautet der Titel der Basisausstellung im neu eröffneten Forum Wissen und des im Göttinger Wallstein Verlag erschienenen Katalogs. Darin ist ein Rundgang durch die Ausstellung zu finden; dieser bildet aber nur einen kleinen Teil des 400 Seiten starken und ansprechend gestalteten Buches. Dem Rundgang vorangestellt werden die sieben Leitprinzipien, die sich durch die gesamte Ausstellung ziehen.
Räume, Praktiken, Akteure, Perspektiven, Mobilitäten, Objekte, Sensibilitäten – jedem dieser Prinzipien ist ein Kapitel gewidmet. Dabei wird zunächst das jeweilige Prinzip und die Umsetzung in der Ausstellung vorgestellt, bevor es dann mit Exponaten beispielhaft in die Tiefe geht. Räume sind etwa nicht nur Gebäude und Labore, sondern auch Diagramme, ein Schaukasten oder die Faktoren, die bei der Konstruktion eines Hörsaals bedacht werden müssen.
Herstellung von Glasapparaturen
Besonders anschaulich werden die Tiefenbohrungen im Kapitel, in dem es um Wissenschaft als Zusammenspiel von Praktiken geht. In Interviews erzählen Mitarbeiter*innen aus ihrer Praxis an der Universität, zum Beispiel über das Kultivieren von Algen, über das Präparieren von Pflanzen oder Insekten und über das wissenschaftliche Schreiben. Hier erfahren wir auch, was die Herstellung von Glasapparaturen mit dem Schlagzeugspiel zu tun hat und was beim zeichnerischen Dokumentieren von Ausgrabungsfunden wichtig ist.
Kultivierung von Algen
Unerwartetes ist im Kapitel zu den Akteur*innen zu finden. Es erzählt unter anderem von „unsichtbaren Händen“, sprich den Assistent*innen und Hilfskräften des kollektiven wissenschaftlichen Arbeitens. Einen runden Abschluss findet das Buch mit dem „Making of“ des Forum Wissen. Hier können wir nicht nur die Vorgeschichte kompakt nachlesen, sondern erhalten auch Einblicke in die Planung und praktische Umsetzung eines modernen Museums in einem denkmalgeschützten Haus.
Probeaufbau Bibliothek
Somit bietet der gesamte Band eine Fülle von zusätzlichen Informationen und Perspektiven, die hoffentlich zu einem (erneuten) Besuch im Forum Wissen anregen.
Marie Luisa Allemeyer, Joachim Bauer, Christian Vogel (Hg.): Räume des Wissens. Die Basisausstellung im Forum Wissen, Wallstein-Verlag Göttingen, 400 Seiten, 379 zum Teil farbige Abbildungen, ISBN 978-3-8353-5189-9 (Juni 2022), € 29,00 (D)
Wenn Wissen wachhält: Letztes Wochenende durften wir euch zur 5. Nacht des Wissens begrüßen. Tüfteln am Mikroskop oder selbst einen Gipsabguss herstellen – im Forum Wissen und den Sammlungen konnten sich Jung und Alt nach Belieben austoben: Unsere Galerie zeigt die schönsten Impressionen.
Über die erste Sonderausstellung im Forum Wissen, die Partnerschaft mit Künstler*innen aus Indonesien und der documenta fifteen – und warum “Nachhaltigkeit” Kunst und Forschung an der Uni Göttingen verbindet.
Die Früchte der Ölpalme und deren Schalen. Foto: Martin Liebetruth
Forschung zu nachhaltiger Landnutzung
Im Zentrum der Sonderausstellung, die in Kooperation mit der documenta fifteen stattfindet, steht der Rohstoff Palmöl, der in zahlreichen Lebensmitteln und Kosmetika eingesetzt wird und eine wichtige Einnahmequelle für die lokalen Kleinbauern in Indonesien darstellt. Der Erfolg des Produkts und der Anbau der Ölpalmen in Form von Monokulturen wirkt sich jedoch negativ auf die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren aus.
Im Rahmen des Projekts „Nachhaltiges Dorf“ arbeiten die Wissenschaftler*innen gemeinsam mit den Kleinbauern vor Ort an der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Strategien für den Landbau und die damit verbundene Wertschöpfungskette. Das kann beispielsweise durch das Pflanzen einheimischer Nutzbaumarten geschehen, durch neue Vermarktungsmöglichkeiten für innovative Bioprodukte oder durch die eigene Produktion von Sämlingen, Kompost oder Dünger. Die Maßnahmen werden jedoch nicht von den Forschenden angeordnet, sondern von den Dorfbewohnern selbst gewählt und an die lokalen Bedingungen angepasst.
Im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen stehen die Menschen und ihre sozialen, ökonomischen und ökologischen Lebensbedingungen. Sie werden nicht einfach zu Objekten der Forschung gemacht, wie lange Zeit in den westlichen Wissenschaften üblich, sondern sind als Akteur*innen beteiligt.
Ein Dorfbewohner äußert im Video-Interview seine Gedanken zur Nachhaltigkeit, Foto: Alciro Theodoro da Silva
Als Kooperationspartnerin für dieses Vorhaben unterstützt die documenta fifteen es als eines von mehreren langfristig angelegten Nachhaltigkeitsprojekten. Aus dem Erlös jedes documenta fifteen-Tickets fließt ein Euro in die Förderung dieser Projekte.
Wissenschaft und Kunst erkunden Nachhaltigkeit
Die Darstellung der Forschung wird durch künstlerische Perspektiven des indonesischen Künstler*innenkollektivs Rumah Budaya Sikukeluang ergänzt. Das Kollektiv stellt ebenfalls die Menschen als aktiv Handelnde in den Mittelpunkt. Während eines mehrtägigen Festivals im März auf Sumatra hat das Kollektiv mit den Menschen vor Ort zahlreiche Ideen und Objekte zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt, die in der Sonderausstellung präsentiert werden. So können Besucher*innen im Forum Wissen die soziale und ökologische Dimension des monokulturellen Anbaus von Ölpalmplantagen in Indonesien aus verschiedenen Blickwinkeln erleben.
Installation „The Eagle“, die beim Festival im März in einer Kooperation des Kollektivs mit den Dorfbewohner*innen auf Sumatra entstand, Foto: Alciro Theodoro da Silva
Die Kombination künstlerischer Beiträge mit Objekten und Projektionen aus unterschiedlichen Forschungszusammenhängen zeigt die Parallelen zwischen gesellschaftsrelevanter Forschung und künstlerischem Aktivismus auf. Darüber hinaus bietet das Vermittlungsteam des Forum Wissen während der Ausstellungslaufzeit Veranstaltungen an und setzt Projekte zum Thema Nachhaltigkeit um, in die verschiedene lokale Akteur*innen, unter anderem Schulklassen, und die Öffentlichkeit eingebunden werden. Bis zum 26. Juni 2022 sind die Künstlerinnen von Rumah Budaya Sikukeluang an den Veranstaltungen beteiligt und leiten verschiedene Workshops.
Ein Mitglied des Kollektivs Sikukeluang mit einer Performance zur Eröffnung. Foto: Alciro Theodoro da Silva
Ergänzend zum künstlerischen Beitrag konnte für die Leitung der Ausstellung das renommierte Berliner Ausstellungsbüro TheGreenEyl gewonnen werden. Dieses gibt den verschiedenen Akteur*innen der Ausstellung – Menschen, Tieren und Pflanzen im indonesischen Regenwald – eine Stimme und gewährt Einblicke in die zahlreichen, interdisziplinären Forschungspraktiken, mit denen man vor Ort Daten erhebt und auswertet.
Visualisierungen des indonesischen Regenwaldes. Foto: Alciro Theodoro da Silva
Auch wenn am 25. September 2022 die documenta fifteen und die Sonderausstellung im Forum Wissen enden – das Nachhaltigkeitsprojekt in Indonesien ist noch längst nicht vorbei.
In den „Räumen des Wissens“ konnten sie den Wissenschaftler*innen der Universität Göttingen in die Karten schauen. Wir haben ein paar Rückmeldungen der Besucher*innen gesammelt: „Sehr kurzweilig.“ „Man muss sich hier erst einfinden.“ „Sehr schön. Richtig gut gemacht.“ „Wir sind ja so begeistert.“
Einweihung
Schon ein paar Tage vorher hatten 500 geladene Gäste aus Politik, Wissenschaft und Kultur die „Räume des Wissens“, die Basisausstellung des Forum Wissen, erkundet, unter ihnen Ministerpräsident Stephan Weil.
Wir freuen uns auf viele weitere Besucher*innen. Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr sind wir für euch da!